Martin Schobert von der Österreich Werbung hat mich gebeten, für den “Social Web Wegweiser” eine Case Study zu Bikemap als erfolgreise Travel-2.0-Plattform zu verfassen. Der Wegweiser wird anlässlich der ENTER 2008 veröffentlicht, die Ende des Monats in Innsbruck stattfindet.

Hier mein gekürzter Beitrag:

Etwa 35 Mio. Deutsche benutzen ihr Fahrrad während des Urlaubs, jedoch nur etwa jeder Dreißigste frequentiert einen der Top-Radwege, auf dem auch organisierte Radreisen angeboten werden. Peter Eich stellte sich die Frage: “Wo sind die anderen alle unterwegs? Wie erreiche ich die?”

Die Aufgabenstellung von Bikemap.de war also, den “Long Tail” des Fahrradtourismus zu erschließen, um die schweigende Mehrheit der Radfahrer zu erreichen, die die touristischen Angebote der Veranstalter nicht in Anspruch nehmen – und um auf diesem Wege eine Werbeplattform für Veranstalter und touristische Betriebe zu schaffen.

Die Demokratisierung der Reiseführerproduktion

Bikemap.de setzt dabei auf die Mittel des “Social Webs”, nämlich der Demokratisierung der Produktionsmittel (der Produktion von Inhalten, in diesem Fall Routeninformationen). Benutzer können durch sehr einfache Methoden, die auch von älteren Semestern verstanden und benutzt werden, per Mausklick Routen auf Karten zeichnen, beschreiben und mit Bildern und Zusatzinformationen versehen. Dazu erstellt das System automatisch ein Höhenprofil, einen ausdruckbaren Mini-Reiseführer und eine GPS-Route. Besitzer von GPS-Geräten können ihre Daten auch direkt importieren sowie Routen (auch die anderer Benutzer) exportieren, um sie nachzufahren.

Auf diesem Wege ist seit Frühsommer 2007 mit 7.000 Routen von 350.000km Gesamtlänge die umfangreichste Sammlung an Radrouten im deutschen Sprachraum entstanden, die vor allem in Deutschland und Österreich in Fernsehen, Radio und Printmedien sehr starkes Echo gefunden hat.

Wie überall im Social Web macht die Gruppe an Benutzern, die selbst Inhalte anlegt, nur wenige Prozent der Gesamtbenutzer aus – die meisten verwenden Bikemap, um sich Routenideen zu holen und sich über Reiseziele zu informieren. Die beiden Hauptfunktionen “Route suchen” und “Route anlegen” richten sich an diese beiden Gruppen.

Das ursprüngliche Ziel, nur den deutschen Sprachraum abzudecken, mussten wir mittlerweile aufgeben: Um auf die Nachfrage nach Routen in anderen Ländern und vor allem auch die Nachfrage außereuropäischer Radtouristen nach Routen in Deutschland und Österreich zu reagieren, bieten wir unter Bikemap.net eine internationale Version an.

Kann man damit Geld verdienen?

Bikemap ist für Radfahrer kostenlos und wird es auch bleiben. Funktionen, mit denen Radreiseveranstalter ihre Reisen in Bikemap darstellen können, sind in Vorbereitung, ebenso Präsentationsmöglichkeiten für touristische Destinationen. So werden beispielsweise einige australische Veranstalter Bikemap nutzen, um deutschsprachige Radtouristen auf Radreisen in Australien aufmerksam zu machen.

Über Partnerprogramme finden auch Übernachtungsbetriebe und Attraktionen in die Karten Einzug. Die Bedürfnisse der Benutzer (Information über Reiseziele) und der touristischen Werbekunden sind praktischerweise deckungsgleich – solange man den Benutzer mündig über seine Informationsquellen entscheiden lässt. Wenn Sie mehr über Werbe- und Kooperationsmöglichkeiten auf Bikemap erfahren möchten, kontaktieren Sie uns.